VOM KRIEGSENDE BIS ZUR GRÜNDUNG DER BUNDESREPULIK DEUTSCHLAND TEIL1
VOM KRIEGSENDE BIS ZUR GRÜNDUNG
DER BUNDESREPULIK DEUTSCHLAND
(März 1945 - Mai 1949)
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Für Büderich war der Krieg mit der Besetzung durch die Amerikaner am 3. März 1945 quasi beendet. Das Feuerwehrfahrzeug samt Zubehör wurde beschlagnahmt, die einzurichtende Hilfspolizei zum großen Teil aus den Reihen der Feuerwehr rekrutiert. Vom 20. März bis zum 26. April mußte ein Teil der Bevölkerung den Ort verlassen; nach ihrer Rückkehr konnte langsam das zivile Leben wieder anlaufen. Brandmeister Peter Leven begann mit 10 Mann den Neuaufbau der Feuerwehr. Am 14. Juli konnte die Motorspritze TS 8 mit zugehörigem Gerät aus Kirchhundem abgeholt werden; dorthin war Jakob Limburg kurz vor der Besetzung Büderichs aufgrund eines Marschbefehls über Hilden und Olpe beordert worden. Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen wurde die Motorspritze beschlagnahmt. Im Oktober wurde der Wehr ein neues Löschfahrzeug LF 25 durch die Regierung zugeteilt. Damit konnte die Wehr ihren Aufgaben wieder gerecht werden - allerdings auch weiterhin unter erheblichen Schwierigkeiten. Es fehlte nahezu an allem: Treibstoff, Uniformen, Ausrüstung. Dies zeigte sich schon bald, als im Dezember bei der Firma Gebr. Böhler ein Brand ausbrach. Die Wehr wurde zwar rechtzeitig alarmiert, konnte aber mangels Brennstoff nicht ausrücken und mußte schließlich von den Engländern zur Brandstelle geschleppt werden.

In den ersten Nachkriegsmonaten bzw. -jahren reglementierte die alliierte Besatzung das gesamte öffentliche Leben. Bereits im September 1945 wurde eine „Reorganisation der Feuerwehr der Nord-Rheinprovinz" verfügt, in diesem Rahmen auch Hauptbrandmeister Spennes zum Kreisbrandmeister des Kreises Grevenbroich ernannt. Sämtliche Feuerwehrfahrzeuge mußten bis zum 1. Dezember rot gestrichen sein. Selbst das nicht ganz sachgemäße Führen der Feuerwehrbücher veranlaßte das SO II Military Government, Landkr. Grevenbroich-Neuss (726 Det.), zu einer detaillierten Anordnung. Im April 1946 erhielt die Feuerwehr Anweisung, nichtuniformierte Männer durch Tragen einer weißen Armbinde mit der Aufschrift „AMG/Fire Service" kenntlich zu machen. An Ausrüstung wurden im Laufe des Jahres 1946 15 Stahlhelme, 2 Fahrräder und 10 amerikanische Windjacken zugeteilt. Doch das waren nur Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Der bereits im Dezember 1945 eingereichte Antrag auf Erstattung der von den amerikanischen Besatzungstruppen in der Zeit vom 2. März bis 9. Juni 1945 (einschl. der Evakuierung) requirierten Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke der Freiwilligen Feuerwehr Büderich im Wert von immerhin 37 160 RM wurde im Mai 1946 abgelehnt.


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