DAS BÜDERICHER FEUERLÖSCHWESEN TEIL1
DAS BÜDERICHER FEUERLÖSCHWESEN
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Schon im 13. Jahrhundert findet man in deutschen Orten Ansätze zu Feuerlöschordnungen. Bis zur Erfindung der Feuerspritze durch den Augsburger Goldschmied Anton Platner, 1518, konnten die vor allem in den engen mittelalterlichen Städten oft entstehenden Brände nur mit Wasser aus den Löscheimern bekämpft werden. Mit Feuerhaken wurden die benachbarten Häuser abgerissen, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. 1672 erfand der Holländer van der Heide den Saug- und Druckschlauch, dem man das Wasser nicht mehr durch Eimer-Ketten zuführen musste. Verbesserte Saug- und Druckspritzen entnahmen das Wasser nun einer Wasserstelle, die Schläuche führten es zum Feuer.

Um 1780 schafften die einzelnen Gerichts- und Verwaltungsbezirke (Dingstühle) des kurkölnischen Amtes Liedberg die ersten Feuerspritzen an. Auch im Amt Linn, zu dem bis 1797 die Gemeinde Büderich gehörte, werden um diese Zeit „Feuerpumpen" angeschafft worden sein. Die alten Brandordnungen der kurkölnischen Regierung wurden abgelöst von der „Allgemeinen Feuerlöschordnung" vom 5. September 1807, mit Verordnung vom 26. Juli 1817 auch für den linksrheinischen Teil des Regierungsbezirks Düsseldorf für anwendbar erklärt. In Neuss wurden für Löschgeräte und Pumpen während der Zeit der französischen Besetzung 1802/03 = 800 fr, 1807 = 800 fr und 1813 = 350 fr ausgegeben, wie aus den Haushalts-Budgets dieser Jahre hervorgeht. Dass zu dieser Zeit eine Feuerspritze in Büderich vorhanden war, ist ebenfalls aus den Etats ersichtlich, nach denen 1815/16 zum Unterhalt und Ausbessern der Feuerspritze je 40 fr, 1817 zur Anschaffung und Reparatur der Feuerlöschgeräte 5 Reichstaler 6 Groschen, 1818 = 30Rt, 1819/20je 20 Rt und 1823-1836 zu ihrem Unterhalt je 10 Taler bereitgestellt wurden.

Die erste örtliche Feuerlöschordnung wurde am 30. Oktober 1826 durch den Ehrenbürgermeister Peter Mathias Nilges erlassen. Im November 1832 beschloss der Gemeinderat den Bau eines Spritzenhäuschens mit Wachstube und Gefängnis. Bis zu diesem Zeitpunkt stand die Feuerspritze in der Scheune am Pfarrhaus im Dorf. Wenn hier bisher Früchte eingelagert oder in der Tenne gedroschen wurden, musste die Spritze ins Freie oder in den offenen Holzschuppen des Pfarrers wandern. Als Bauplatz des neuen Spritzenhauses wurde ein Stück am Ende des Lehrer-Gartens an der Grenze neben Classen (Ulmenhof) bestimmt. Der damalige Kreisbaumeister Stephan Hermkes aus Neuss, der Plan und Kostenanschlag des Gebäudes anzufertigen hatte, fand aber, dass es besser und weniger kostspielig sei, dieses Gebäude neben dem kurz vorher gebauten Gemeindebüro bei der Schule zu erbauen.


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